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F1 Online: The Game - Anne und die Rennstrecke

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Was ist der Lieblingssport aller Deutschen? Richtig. Fussball. Wie die Blutegel habt ihr euch an den Leinwänden der Republik festgesogen, um auch ja kein Spiel unserer geliebten Nationalmannschaft zu verpassen. Das ehrt euch, ich mache das genau so, aber habt ihr denn nicht gelernt über den Tellerrand zu schauen? Es gibt doch noch so viele interessante Sportarten. Eishockey zum Beispiel. Oder Basketball. Oder wie wäre es denn mit Motorsport?

Schnelle Autos und Motorräder, halsbrecherische Strecken, schöne Menschen mit großen Sonnenbrillen, die in der Boxengasse auf und ab flanieren … “schön und gut”, sagt ihr, aber muss es denn ausgerechnet die Formel 1 sein?

Na unbedingt! Wenn man sich mal ein bisschen mit der Materie befasst, so wie ich, stellt man fest, dass zu dem ganzen Zirkus mehr dazu gehört, als sich in das Auto zu setzen und 60 Runden im Kreis zu fahren. Keine andere Motorsport-Serie ist technisch so weit entwickelt. 365 Tage im Jahr wird konzipiert, entwickelt und getestet. Jedes Rennen ist eine logistische Meisterleistung, jede technische Neuerung kann rennentscheidene Hundertstel herausholen. Wer sich selbst davon überzeugen möchte schaut sich entweder mal ein Rennen an (live oder im TV), oder schnuppert mal in Codemasters neues Browsergame “F1 Online: The Game” rein.

Die Jungs waren kürzlich erst in unserer Redaktion um uns Rede und Antwort zu stehen. Und als sie uns so alle nackten Fakten ins Fressbrett knallten, packte mich der Ehrgeiz.

Anders als befürchtet ist “F1 Online” kein reines Managment-Spiel. Das wäre auch echt ein wenig langweilig. Tatsächlich besteht der Grundgedanke hinter dem Spiel aus drei Teilen: 1) Team erstellen. 2) Rennen fahren. 3) Team weiterentwickeln. Keine Neuheit, aber nun gut.

Als “Formel 1”-Fan habe ich natürlich mal vorab in die Closed-Beta geschnuppert. Bevor es richtig los geht wird man zu einer Testfahrt gebeten. “Jo wenn’s denn sein muss”, hab ich mir gedacht. “Ist doch ein PC-Rennspiel. Lenken, Schalten, Beschleunigen, alles per Tastatur, kenne ich doch.” – Ja denkste. Man steuert, beschleunigt und bremst mit der Maus. Ein wenig ungewohnt am Anfang, aber nicht so befremdlich wie ich befürchtet hatte. Die Top-Down-Ansicht ist dabeii ganz angenehm. So hat man immer alles im Blick und bewahrt sich selbst davor, das Ding komplett in den Kies zu setzen – gerade als Anfänger. Die üblichen Kleinigkeiten wie DRS (Drag Reduction System) und KERS (Kinetic Energy Recovery System) sind selbstverständlich auch benutzbar und können mit “D” beziehungsweise “Leertaste” betätigt werden.

Nach dieser kurzen Einführung sucht man sich ein Team aus. Dabei kann man aus allen real existierenden Teams und deren Fahrern aus der Saison 2011 wählen. Und weil das jeder kann erstelle ich mir einfach ein eigenes Team mit individuellen Designs. Es trägt den charmanten, aber traurigen Namen “Fallende Adler”. Noch schnell das Logo designed und das Auto bemalt und schon steht man in der Box.

Die Box ist quasi die Kommandozentrale. Von hier aus kann man Rennen bestreiten, das Team managen und vergrößern, oder die Entwicklung des Autos vorantreiben. Um auf Augenhöhe zu bleiben braucht man das, worum sich immer alles dreht und was auch die EU momentan in den Wahnsinn treibt; Geld. Das verdient man mit der Renn-Teilnahme. Dabei ist es nicht wichtig zu gewinnen. Man muss lediglich die Aufgaben in seiner Aufgabenliste erfüllen. Die Erste lautet zum Beispiel: Ein Rennen absolvieren. Je mehr Erfahrungen man sammelt, umso anspruchsvoller werden die Aufgaben. Ist ja auch irgendwie logisch.

Siege sind aber in jedem Fall wünschenswert. Durch sie gewinnt man wichtige Erfahrungspunkte, die man dringend für die Weiterentwicklung des Teams benötigt. Wer will schon ewig in der Unterklasse rumkrebsen? Von den fiktiven Unterklassen, beginnend bei U, muss man sich nämlich erstmal zur Königsklasse S hochwirtschaften. Das geht mit eben diesen Erfahrungpunkten und dem eingenommenen Geld. Man erweitert dann Produktionswerke oder stockt das Team auf. Die können dann bessere Teile für das Auto produzieren, wodurch man seine Aufgaben effektiver erfüllen kann und Geld verdient. Der ewige Wirtschaftskreis. Muss ich euch ja nicht erklären.

Generell gilt, dass Verbesserungsprozesse bis zu einigen Stunden dauern können. Wenn man zum Beispiel die Verbesserung seines Getriebes in Auftrag gegeben hat, muss man in der Regel ziemlich lange warten bis es eingesetzt werden kann. Wer zu ungeduldig ist, der kann sich gegen einen kleinen Obolus Zeit erkaufen. Beziehungsweise eher eine Zeitmaschine, denn durch das gezahlte Geld wird der Entwicklungsprozess einfach übersprungen. Was ich davon halten soll weiss ich noch nicht so ganz. Im Prinzip erkauft man sich ja keinen Vorteil, weil es sich ja nicht um Equipment handelt, welches man anders nicht ergattern kann, sondern lediglich um eine Beschleunigung des Spielprozesses. Für mich ist das trotzdem keine Option. Da ist mir ehrlich gesagt mein Geld zu schade für.

Wenn ihr nicht gerade Rennen fahrt oder euch um das Team kümmert wird, dann wird fleißig getestet. Neben dem echten Rennkalender haben sich die Füchse von Codemasters noch 15 weitere, fiktive Strecken einfallen lassen. Ein netter Bonus, als eingefleischter Fan kennt man die realen Strecken ja sowieso schon auswenig.

In Grunde ist es das auch schon. Das klingt zugegebenermaßen alles sehr trocken und unspannend, aber für Leute wie meine Wenigkeit, die sich für Motorsport und speziell für die Formel 1 interessieren, ist es unterhaltsam. Anfangs war ich auch eher skeptisch, weil ich generell nicht so viel mit Sportmanaging-Games anfangen kann, aber das Interesse am Sport hat mir das Spiel schmackhaft gemacht.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Jungs und Mädels von Codemasters schon einen guten Job gemacht haben. Ist ja nicht so als würden die sich erst seit gestern mit Rennspielen beschäftigen. Klar haben sie das Genre nicht komplett neu erfunden oder revolutioniert, aber für interessierte Motorsportfans ist es eine Möglichkeit sich auf eine etwas andere Art mit der Formel 1 auseinanderzusetzen. Durch die Unity Game Engine, die zum Beispiel auch bei F1 2010 verwendet wurde, sieht das Spiel auch grafisch ganz nett aus. Naja und solche Dinge wie Boxenstops während des Rennens oder wechselndes Wetter sind noch in der Mache und werden als Updates erscheinen. Hat man uns jedenfalls versichert. Nodody’s perfect.

Leider konnte ich nicht so viel spielen wie ich vor hatte, aber ich denke, dass ich trotzdem einen guten ersten Eindruck erhaschen konnte. Seit dem 27.6.2012 befindet sich das Spiel nun in der offenen Beta. Ich werde sicher teilnehmen, genau wie ihr. Denn wer das nicht tut ist uncool. Tschüss.

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